EDV-Kenntnisse im Lebenslauf: Beispiele und Niveaustufen
Welche EDV-Kenntnisse gehören in den Lebenslauf, wie geben Sie Ihr Niveau an, Beispiele nach Beruf und relevante Zertifikate.
Fast jede Stellenausschreibung verlangt heute Computerkenntnisse, vom einfachen Umgang mit einer Tabellenkalkulation bis zur Beherrschung einer Branchensoftware. Im Lebenslauf ist der Abschnitt „EDV“ jedoch oft lieblos ausgefüllt: „MS Office, Internet“ sagt nichts über Ihr tatsächliches Niveau oder darüber aus, was Sie wirklich können.
Hier erfahren Sie, wie Sie Ihre Computerkenntnisse präsentieren: was Sie angeben sollten, wie Sie ein Niveau ausdrücken, Beispiele nach Beruf und die Zertifikate, die zählen. Für die weiteren Kompetenzen lesen Sie unseren Leitfaden zu den Kompetenzen, die in einen Lebenslauf gehören. Siehe auch: Kompetenzen im Lebenslauf: Liste und Beispiele nach Beruf.
Die Kategorien von Computerkenntnissen
| Kategorie | Beispiele |
|---|---|
| Büroanwendungen | Word, Excel, PowerPoint, Google Docs, Sheets, Outlook |
| Kollaborationstools | Teams, Slack, Google Workspace, SharePoint, Notion, Trello |
| Branchensoftware | Sage, Cegid, SAP, Salesforce, Doctolib, Kassensysteme, WMS |
| Kreation und Kommunikation | Canva, Adobe-Suite, Figma, Videobearbeitungstools, WordPress |
| Daten und Analyse | Excel fortgeschritten, Power BI, Google Analytics, SQL |
| Entwicklung und Technik | Programmiersprachen, Frameworks, Systeme, Netzwerke, Cybersicherheit |
Geben Sie an, was Sie wirklich können
Der Name einer Software allein genügt nicht, besonders bei Excel, das angeblich jeder beherrscht. Beschreiben Sie stattdessen, was Sie damit tun:
| Zu vage | Präzise |
|---|---|
| Excel | Excel: Pivot-Tabellen, XVERWEIS, Diagramme, bedingte Formatierung |
| MS Office | Word (Serienbriefe, Formatvorlagen), PowerPoint (Präsentationen für die Geschäftsleitung) |
| Soziale Netzwerke | Meta Business Suite, Content-Planung, Auswertung der Statistiken |
| EDV | Einrichtung von Arbeitsplätzen, Verwaltung von Benutzerkonten, Support Level 1 |
Wie Sie ein Niveau angeben
Drei Ansätze funktionieren:
- Klare Worte: Grundkenntnisse, routinemäßige Nutzung, Beherrschung, Expertise.
- Konkrete Beispiele dessen, was Sie tun, wie oben, aussagekräftiger als ein abstraktes Niveau.
- Ein Zertifikat: Pix, TOSA, Microsoft-, Google- oder Softwarehersteller-Zertifizierungen.
Balken und Sterne dürfen niemals den ausgeschriebenen Namen der Kompetenz ersetzen: Bewerbungsmanagementsysteme lesen den Text, nicht die Grafiken. Siehe auch: Lebenslauf ATS: So überzeugen Sie Bewerbersoftware.
Beispiele nach Beruf
- Verwaltungsassistentin: Excel fortgeschritten, Word (Serienbriefe), Outlook (Verwaltung gemeinsamer Kalender), Sage Warenwirtschaft.
- Buchhalter: Sage 100, Cegid, Excel (Pivot-Tabellen), Tools zur digitalen Rechnungsverarbeitung.
- Vertriebsmitarbeiter: Salesforce, HubSpot, LinkedIn Sales Navigator, Angebotstools.
- Logistik: WMS, Scanner und mobile Terminals, Excel zur Bestandsverfolgung.
- Gesundheitswesen: elektronische Patientenakte, Pflegesoftware, Doctolib.
- Kommunikation: Canva, Adobe-Suite, WordPress, Meta Business Suite, Google Analytics.
- Verkauf: Kassensystem, Kartenterminal, Bestandsverwaltungstool.
Die Zertifikate, die zählen
- Pix: die staatlich anerkannte nationale Zertifizierung für digitale Kompetenzen.
- TOSA: zertifiziert das Niveau bei Office-Software, mit einem Score.
- Herstellerzertifizierungen: Microsoft, Google, Salesforce, SAP.
- Technische Zertifizierungen: Netzwerk, Cloud, Cybersicherheit für IT-Berufe.
Geben Sie den Score oder das Niveau und das Jahr an, im Bereich Kompetenzen oder unter „Ausbildung und Zertifizierungen“. Siehe auch: Ausbildung im Lebenslauf: Was angeben und in welcher Reihenfolge.
Schnell auf den neuesten Stand kommen
Wenn eine Stellenanzeige ein Tool verlangt, das Sie kaum kennen, reichen oft wenige Stunden, um die Grundlagen zu erlernen: kostenlose Tutorials der Hersteller, Online-Kurse, Testversionen. Für ein anerkanntes Niveau sind die Zertifizierungen Pix für allgemeine digitale Kompetenzen oder TOSA für Office-Anwendungen über das persönliche Weiterbildungskonto finanzierbar. Erwähnen Sie eine laufende Weiterbildung im Lebenslauf: Sie zeigt, dass Sie handeln.
Kollaborative Tools
Seit der Verbreitung des Homeoffice achten Recruiter auch auf Ihre Sicherheit im Umgang mit kollaborativen Tools: Videokonferenzen, Team-Messenger, geteilte Dokumente, Online-Kalender, Projektmanagement. Wenn Sie sie täglich nutzen, nennen Sie sie beim Namen: Teams, Slack, Google Drive, Trello. Sie zeigen, dass Sie in einem digitalen Arbeitsumfeld selbstständig arbeiten können.
Beispiel für einen gut aufgebauten Bereich
EDV
Office-Anwendungen: Excel (Pivot-Tabellen, XVERWEIS), Word (Serienbrief), PowerPoint
Branchensoftware: Sage 100 Buchhaltung, Cegid
Kollaborative Tools: Teams, SharePoint, Outlook
Zertifizierung: TOSA Excel, fortgeschrittenes Niveau (2025)
Vier Zeilen, nach Kategorie geordnet, mit konkreten Anwendungen und einer datierten Zertifizierung: Der Recruiter weiß genau, was ihn erwartet.
Fehler, die Sie vermeiden sollten
- „Internet“ oder „E-Mail“ schreiben: Das wird von allen erwartet.
- Veraltete oder nur einmal verwendete Software auflisten.
- Das eigene Excel-Niveau überschätzen: Im Vorstellungsgespräch kann ein Test angeboten werden.
- Die in der Stellenanzeige genannte Branchensoftware vergessen, obwohl Sie sie kennen.
Den Test der Recruiting-Software machen
Recruiting-Software vergleicht die Wörter in Ihrem Lebenslauf mit denen in der Stellenanzeige. Schreiben Sie die Namen der Tools genau wie in der Anzeige, „Excel“ statt „Tabellenkalkulation“, und fügen Sie gängige Abkürzungen einmal ausgeschrieben hinzu: „Kundenbeziehungsmanagement (CRM)“. Vermeiden Sie Software-Logos ohne daneben geschriebenen Namen: Sie werden nicht gelesen.
Häufige Fragen
Braucht man einen separaten Bereich „EDV“?
Wenn Sie mehrere Tools nennen möchten, ja. Andernfalls integrieren Sie sie in den Bereich Kompetenzen.
Sollte man Windows oder macOS erwähnen?
Selten, außer bei einer technischen Stelle oder wenn die Stellenanzeige es ausdrücklich verlangt.
Wie stellt man selbst erlernte Kompetenzen dar?
Wie die anderen, mit einem konkreten Beispiel oder einem umgesetzten Projekt. Eine kostenlose Online-Zertifizierung kann Ihre Glaubwürdigkeit stärken.
Sollte man künstliche Intelligenz erwähnen?
Ja, wenn Sie KI-Tools konkret in Ihrer Arbeit einsetzen: beim Verfassen von Texten, bei der Analyse, bei der Automatisierung. Geben Sie den Verwendungszweck an, nicht nur den Namen des Tools.
Sollte man die Tippgeschwindigkeit angeben?
Nur bei Berufen in der Datenerfassung, im Sekretariat oder in der schriftlichen Kundenbetreuung, und nur wenn sie gut ist.
In CVZeno wird jede Kompetenz ausgeschrieben, mit einem optionalen Niveau. Sie können Ihre Verwendungszwecke im Namen präzisieren, zum Beispiel „Excel: Pivot-Tabellen“.